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Ofenräte ohne Grenzen: Mission "Massai"

In unserer Wohlstandsgesellschaft hat das Feuer sehr viel von seiner Ursprünglichkeit verloren, es brennt meist ganz nebenbei im Heizungskeller und ist es doch mal im Wohnraum präsent, dient es oft dekorativen Zwecken und wird von uns durch fortschrittliche Ofentechnik mühelos beherrscht.

So gut wie uns geht es jedoch nicht allen auf dieser Welt: In Entwicklungsländern ist das Feuer lebensnotwendig zum Heizen und Kochen, doch oft fehlen das Wissen und die Möglichkeiten, dieses Element wirkungsvoll und gefahrlos zu nutzen.

In Zusammenarbeit mit Stefan Koensgen von socialtourist.com und der Ofenbauervereinigung "Die Ofenmacher e.V." widmet Ofenrat Andreas Zapfe sich dieses Jahr 3 Wochen den Feuerstellen der Massai in Kenia. Die dortigen Lebensstrukturen sind seit vielen Generationen nahezu unverändert und auch gekocht wird seit Ewigkeiten auf die gleiche Art und Weise: Das Holz brennt mitten in der Hütte vor sich hin, seitlich minimal befestigt direkt auf dem Boden. Einen Schornstein oder auch nur ein Loch im Dach gibt es nicht, nur über zwei eher zwergenhafte Löcher in den Außenwänden kann der Rauch abziehen.

Dass das zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen führt, liegt auf der Hand: Brandverletzungen, Lungenprobleme, auch die Kindersterblichkeit ist aufgrund der schlechten Luft in den Hütten außerordentlich hoch.

Die von den "Ofenmachern" entwickelten Kochöfen sind eigens für diesen Einsatzbereich konzipiert. Mit auf dem Prüfstand optimierten Brennraumgeometrien und Strömungsbereichen, einem kleinen Schornstein und je nach Größe sogar mehreren Kochstellen erzielen sie einen weit höheren Wirkungsgrad als eine komplett offene Feuerstelle und leiten den Rauch fast zur Gänze aus dem Wohnraum ab.

Wer sich nun fragt, wie die Öfen aus Süddeutschland ihren Weg nach Afrika oder Asien finden - ganz einfach: Die Einzelteile werden direkt vor Ort aus verfügbaren Rohstoffen wie z.B. Lehm produziert.

Andi und Stefan werden ab Anfang Dezember mit dem Soziologen und Massai Leonard Ornetu die örtlichen Gegebenheiten wie Materialverfügbarkeit, Kochgepflogenheiten etc. abklären, daraufhin die erste Feuerstelle bauen und sie ausgiebig testen. In der verbleibenden Zeit werden zusammen mit handwerklich fähigen Dorfbewohnern weitere Öfen errichtet. Das Ziel ist, eine für diese Region optimale Feuerstelle zu entwickeln, einzelne Massai in deren Aufbau zu schulen und so der ganzen Gemeinschaft eine Zukunft in einer rauchfreien Umgebung zu ermöglichen.

Schon jetzt vielen Dank an DIE OFENMACHER e.V. für die Bereitstellung der Konzepte und die wertvolle Unterstützung dieses Projektes - und natürlich an Stefan Koensgen/SOC!ALTOURIST für die Organisation !!

 

Bild- und Videoquellen:

DIE OFENMACHER e.V.

SOC!ALTOURIST.COM

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Kommentar von Kai Schumann |

Ich bin begeistert von der Idee und der Umsetzung.
Mit einfachen Mitteln einen so grossen Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten, Hut ab vor dieser Organisation.